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Das Goldloch im Größenberg

Ein Almhalter, der auf der Westseite des Größenberges das Weidevieh hütete, sah einst einen fremden Mann, der Kleidung nach war er ein Welscher, mit einem leeren Sack in den Abhängen herumklettern. Vorsichtig schlich er ihm nach und sah schließlich, wie der Fremdling in einer engen, halbversteckten Höhle verschwand.

Nach einer Weile kam er wieder heraus, schaute ängstlich herum, warf den schweren Sack auf die Schulter und stolperte hinab ins Tal. „Gewiss hat der Welsche seinen Sack drinnen mit Schätzen gefüllt; vielleicht gelingt es auch mir?“ murmelte der Halter, holte rasch zwei große Säcke und kroch ins Loch hinab. – Herrlich! Blanke Goldstücke lagen haufenweise auf dem Boden. Als sich der Halter von der ersten Überraschung etwas erholt hatte, griff er schnell mit gierigen Händen ins Gold und füllte hastig die beiden Säcke. Vor Erregung zitternd und die schweren Säcke keuchend schleppend, wollte er rasch ins Freie eilen. – Doch so viel er auch suchte, er fand den Ausgang nicht und irrte lange herum. Schließlich sank er ermattet nieder und schlief bald ein.

Ein blendender Lichtstrahl weckte ihn plötzlich, und als er aufschaute, stand ein alter Zwerg mit drohend erhobenem Zeigefinger vor ihm und sprach: „Du warst allzu habgierig, denn zwei volle Säcke sind zu viel für Dich! Wenn Du mit weniger zufrieden bist, will ich Dich aus der Höhle führen! Vorher darfst Du Deine Taschen mit Goldstücken füllen, aber nicht mehr!“ – Freudig erklärte sich der Halter hiezu bereit, ließ die Säcke verächtlich liegen und steckte zwei Hände voll mit Goldstücken in seine Taschen. – Nun führte Ihn der Zwerg durch einen langen Gang ins Freie, und als ihm der Hirte danken wollte, war sein Führer verschwunden. Der Halter hatte nun Geld genug, war nie mehr habgierig und half armen Leuten gerne aus der Not. – Das Goldloch aber ist seither verschwunden.

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