Energie-Exkursion
Zirbenland auf Energie-Sondierungsreise in Güssing
Güssing gilt als Vorzeigeregion für Erneuerbare Energie. Auch das Zirbenland hat die Energiewende bereits eingeleitet. Eine Exkursion inspirierte die 33 TeilnehmerInnen für weitere Aktivitäten im Zirbenland.
33 Interessierte folgten der Einladung des Regionalentwicklungsvereines Zirbenland und der Raiffeisenbanken des Bezirkes Judenburg und machten sich auf den Weg, die energieautarke Stadt Güssing kennen zu lernen.
Güssing liegt im östlichsten Teil des Burgenlandes und zählte 1988 zur ärmsten Region Österreichs. Gründe dafür waren die Lage als Grenzregion am Eisernen Vorhang, keine größeren Betriebe, zahlreiche Pendler nach Wien und Graz, klein strukturierte landwirtschaftliche Flächen, keine Verkehrsinfrastruktur und eine starke Kapitalabwanderung aus der Region durch fossile Energiezukäufe (Öl, Strom, Kraftstoffe). Heute ist die Stadt (Energie-) unabhängig und hat zusätzlich ca. 1000 Arbeitsplätze dazu gewonnen. Die gesamte Wertschöpfung bleibt in der Region. Sie versorgt Ihre Einwohner mit Wärme und Strom aus Biomasse und Solarenergie.
Nach einer Einführung durch DI Dean Marcelja in das „Modell Güssing“ erfolgte eine Führung zu einer Photovoltaikanlage und zum Biomassekraftwerk. Dieses Kraftwerk erzeugt aus Biomasse Strom und Wärme für die Stadt. Ein besonderes Highlight war die Firma Blue Chip Energy, die monokristalline Hochleistungs-Zellen für Solarkraftwerke herstellt. Eine Besichtigung der Produktion war zwar aus Sicherheitsgründen nicht möglich, eine verglaste Besucherstraße gewährte aber interessante Einblicke.
Mit dem Oststeiermarkhaus in Großwilfersdorf, ein Bürogebäude in Passivbauweise, fand der fachliche Teil sein Ende. Beim abschließenden Buschenschankbesuch wurden die neu gewonnen Erfahrungen diskutiert und viele Ideen für die Umsetzung im Zirbenland gesponnen.
„Im Murtal ist noch viel zu wenig bekannt, dass im Holzinnovationszentrum bereits ein ähnliches Biomassekraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung besteht“, so LEADER- Manager und Energieagentur GF Josef Bärnthaler. Hier wird aus Holzreststoffen aus der Holz- und Sägeindustrie die Wärmeversorgung für den Standort bereitgestellt, Ökostrom erzeugt und Pellets als umweltfreundlicher und kostengünstiger Brennstoff für Wohn- und Gewerbebauten produziert.
Über ein neues LEADER-Projekt soll mit Partnern aus der Industrie und mit Universitäten die Energie-Forschung intensiviert werden, um Energieholz besser in Wert zu setzen, und durch Forschung neue Produkte und Betriebsansiedelungen zu erreichen.
Der Regionalentwicklungsverein Zirbenland und die Energieagentur Obersteiermark sind im Holzinnovationszentrum angesiedelt, und stehen für Fragen zu den Themen Holz und Energie, LEADER und anderen Förderungen gerne zur Verfügung.












