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Religiöses

Wallfahrten und Bergmessen

Wallfahrten haben in der Region eine lange und tief verwurzelte Tradition. Bekannt sind Wallfahrten zu traditionellen Orten wie Maria Waitschach, Maria Lankowitz oder Maria Buch.

Einen wichtigen Stellenwert im religiösen Brauchtum der Region nehmen die Berg- und Gipfelmessen an besonderen Stellen ein. Unter freiem Himmel werden an gewissen Daten feierliche Gottesdienste abgehalten.

 

Wallfahrten

Die im frühen 15. Jahrhundert erstmals vollzogene Dank- und Bittprozession der Judenburger nach Maria Waitschach findet noch heute alle drei Jahre ab dem vierten Freitag nach Fronleichnam statt.

Die Stadt Judenburg wurde mehrmals in ihrer Geschichte von großen Bränden heimgesucht. Darüber hinaus bestand Gefahr durch die Einfälle der Türken und Seuchen. Jedes Mal schrieb man das Überstehen der Notsituationen bzw. deren relativ milden Ausgang der Hilfe der Gottesmutter Maria zu. Aus diesem Grund legte man das Gelöbnis ab, vor dem Waitschacher „Gnadenthron“ regelmäßig ein Dankopfer abzustatten.

Die Pilgerroute blieb über die Jahrhunderte den alten Überlieferungen treu: Ausgehend von der Stadtpfarrkirche Judenburg über Oberweg nach St. Wolfgang; dann über die Almen zum Streitwiesen-Kreuz, schließlich von St. Martin am Silberberg weiter nach Maria Waitschach, wo der Gelöbnisgottesdienst abgehalten wird. 76 km und über 2000 Höhenmeter werden bei der mehrtägigen Wallfahrt von Judenburg nach Waitschach zurückgelegt.

Auch von St. Wolfgang und St. Anna aus wallfahrtet man nach Waitschach – einmal jährlich wird unabhängig von den Judenburgern eine zwei- bzw. dreitägige Wallfahrt durchgeführt.

Eine lange Tradition besitzt auch die Wallfahrt nach Maria Lankowitz. Seit 1690 pilgern die Obdacher jedes Jahr an einem Samstag Ende Juni zur Gnadenmutter von Lankowitz. Wahrscheinlich haben etliche Missernten diese Tradition entstehen lassen. Um 3Uhr in der Früh beginnt der Marsch über die Stubalm in das 42 km entfernte Lankowitz, mehr als 1.000 Höhenmeter werden überwunden.

Rund um diese Wallfahrt haben sich bereits Legenden gebildet: So muss man, um einen guten Ehepartner zu bekommen, mindestens siebenmal die gesamte Wallfahrt mitmachen!

Quelle: Schweighofer, Bernhard: Mehrtägige Wallfahrten. Seminararbeit Universität Graz 1998.

Maria Buch

Maria Buch ist einer der ältesten Marienwallfahrtsorte in der Steiermark. Der Ort „Puoche“ wird 924 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als der Edle Hartwig seinen Besitz in diesem Ort seinem Verwandten, Erzbischof Adalbert von Salzburg übergab. Mit „Puoch“ wird im Slawischen eine Anhöhe, ein Bühel bezeichnet. 1182 wird bereits die Selige Jungfrau von Puoch verehrt, die gotische Kirche ab 1455 erbaut.

Die wichtigsten Wallfahrtstage in Maria Buch sind Maria Himmelfahrt (15. August) und Maria Geburt (8. September). Daneben finden am 13. jeden Monats regelmäßige Wallfahrergottesdienste statt.

 

Bergmessen

Maria in der Zirbe

Auf dem Wanderweg von der Waldheimhütte zum Türkenkreuz hängt in einem ausgehöhlten Zirbenbaum eine Madonnenstatue. Sie wurde 1973 dort aufgestellt, nach dem das in unmittelbarer Nähe befindliche Marterl umgefallen war. Dieses Marterl hatte an eine Bluttat zwischen zwei Jägern im Jahre 1926 erinnert.

Regelmäßig wird bei diesem Naturdenkmal „Maria in der Zirbe“ ein Festgottesdienst gefeiert, der von zahlreichen Menschen aus der Region besucht wird. Eine ähnliche Bergmesse findet auch beim Denkmal „Maria in der Lärche“ statt.

Bergmesse am Wildsee

Zum Ende der Sommerferien findet jedes Jahr die traditionelle Wanderung zum Wildsee statt. Dort wird gemeinsam unter freiem Himmel eine Bergmesse gefeiert. Diese wird vom Zirbenlandchor und den Musikern des Musikvereins Obdach feierlich umrahmt. Ähnliche Bergmessen gibt es auch am Gipfel des Ameringkogels.

 
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